Steuerkanzlei Individuell - Kompetent - Zuverlässig Angela Mühlberg
Steuerkanzlei                                                      Individuell - Kompetent - ZuverlässigAngela Mühlberg 

 

Elektronische Kassensysteme: Ab 2020 sollen neue Vorgaben die Manipulation verhindern

 

In seiner letzten Sitzung im Jahr 2016 hat der Bundesrat dem "Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen" zugestimmt. Darin enthalten sind gesetzliche Regelungen und technische Vorgaben, die die Steuerhinterziehung mit elektronischen Kassensystemen - insbesondere Registrierkassen - ab dem 01.01.2020 verhindern sollen. Die neuen Verschärfungen ändern übrigens nichts an der Gültigkeit der Änderungen zum 01.01.2017 (sog. Kassenrichtlinie), von denen wir in den vorherigen Ausgaben berichtet haben.

 

Einzelaufzeichnungspflicht gesetzlich festgeschrieben

Dass aufzeichnungspflichtige Geschäftsvorfälle laufend zu erfassen, einzeln festzuhalten, aufzuzeichnen und aufzubewahren sind, galt bisher nur gemäß den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Buchführung und der ständigen Rechtsprechung. Nun ist diese Pflicht auch gesetzlich festgeschrieben.

Eine Ausnahme von der Einzelaufzeichnungspflicht hat der Gesetzgeber nur für solche Fälle vorgesehen, in denen Waren an eine Vielzahl unbekannter Personen gegen Barzahlung verkauft werden und eine offene Ladenkasse zum Einsatz kommt. Wird dagegen ein elektronisches Aufzeichnungssystem verwendet, das eine Einzelaufzeichnung ermöglicht, gilt diese Ausnahme nicht.

 

Aufzeichnungen mittels elektronischer Kassensysteme

Werden elektronische Systeme eingesetzt, dürfen nur noch solche Geräte verwendet werden, die die Grundaufzeichnungen einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht, geordnet und unveränderbar festhalten. Die Daten müssen auf einem Speichermedium gesichert und verfügbar gehalten werden. 

Was als elektronisches Aufzeichnungssystem im Sinne dieser Vorschrift gilt, soll eine noch zu erlassende Rechtsverordnung definieren. Nach dem Entwurf dieser Verordnung fallen elektronische oder computergestützte Kassensysteme und Registrierkassen hierunter. Elektronische Buchhaltungsprogramme gehören dagegen nicht dazu.

Das elektronische Aufzeichnungssystem muss künftig durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung geschützt werden. Diese Sicherheitseinrichtung besteht aus einem Speichermodul, einem Speichermedium und einer digitalen Schnittstelle, wobei das Sicherheitsmodul jede digitale Aufzeichnung protokolliert. In der noch zu erlassenden Rechtsverordnung sollen dann auch technische Anforderungen für die Sicherheitseinrichtung festgelegt werden.

Die vorgesehene Zertifizierung der technischen Sicherheitseinrichtung soll durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik geschehen und muss vom Hersteller bzw. Entwickler der Sicherheitseinrichtung beantragt werden. Durch die stetige Veränderung der Manipulationsmöglichkeiten könnte alle fünf Jahre eine erneute Zertifizierung erforderlich werden.

Neu ist auch, dass dem Finanzamt detailliert mitgeteilt werden muss, welches Aufzeichnungssystem verwendet wird.

 

Belegausgabepflicht

Wird ein elektronisches Aufzeichnungssystem verwendet, besteht künftig eine Belegausgabepflicht. Die Belegausgabe kann entweder in Papier- oder in elektronischer Form erfolgen. Für den Kunden besteht keine Pflicht, den Beleg mitzunehmen. Von der Belegausgabepflicht kann man sich mittels eines Antrags beim Finanzamt befreien lassen, wenn man Waren an eine Vielzahl unbekannter Personen verkauft.

Kassen-Nachschau

Bereits ab 2018 darf das Finanzamt sogenannte Kassen-Nachschauen durchführen, um die Ordnungsmäßigkeit der Aufzeichnungen und Buchungen von Kasseneinnahmen und -ausgaben zu überprüfen. Die Nachschau kann die Finanzverwaltung ohne vorherige Ankündigung und auch zunächst anonym durch Testkäufe durchführen. Dabei kann sie sowohl computergestützte Kassensysteme als auch Registrierkassen und offene Ladenkassen kontrollieren.

 

Folgen von Pflichtverletzungen

Das Gesetz verbietet unter anderem das Bewerben oder Inverkehrbringen von elektronischen Aufzeichnungssystemen, die nicht den gesetzlichen Anforderungen genügen. Sowohl Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 EUR geahndet werden als auch

  • die fehlende oder nicht richtige Verwendung eines elektronischen Aufzeichnungssystems und
  • der fehlende oder ungenügende Schutz eines elektronischen Aufzeichnungssystems durch eine zertifizierte Sicherheitseinrichtung.

 

Neue Meldepflicht und Übergangsregelung

Unternehmer, die elektronische Kassensysteme anschaffen oder außer Betrieb nehmen, müssen dies den Finanzbehörden ab 2020 innerhalb eines Monats mitteilen. Ein bereits vor Gültigkeit der Neuerungen angeschafftes System ist spätestens bis zum 31.01.2020 zu melden.

Die Pflicht zum Einsatz eines elektronischen Kassensystems mit zertifizierter Sicherheitseinrichtung gilt grundsätzlich ab 2020. Wenn verwendete Registrierkassen die Anforderungen der Kassenrichtlinie erfüllen und nach dem 25.11.2010 sowie vor dem 01.01.2020 angeschafft wurden, dürfen sie bis Ende 2022 verwendet werden, sofern sie bauartbedingt nicht nachgerüstet werden können.

ACHTUNG!!!

 

Ab 2017 beträgt der Mindestlohn 8,84 Euro

Bundesregierung, Mitteilung vom 26.10.12016

Der gesetzliche Mindestlohn wird zum 1. Januar 2017 auf 8,84 Euro brutto je Zeitstunde erhöht. Das Kabinett hat eine entsprechende Verordnung verabschiedet und folgt damit dem Beschluss der Mindestlohnkommission vom Juni.

Steuer-News

 

28.04.2016

§ 35a EStG: Handwerker muss Rechnung aufschlüsseln

 

Die Steueranrechnung für Handwerkerleistungen gibt es nur für Arbeits- nicht aber für Materialkosten. Legen Sie dem Finanzamt eine Rechnung mit dem Pauschalbetrag vor, wird es den Anteil der Arbeitsleistung schätzen (in der Regel 50%). Liegen die Kosten der Arbeitsleistung darüber, sollten Sie vom Handwerker eine aufgeschlüsselte Rechnung verlangen. Dem kann er sich nicht verweigern, entschied des AG Mühlheim (Urteil vom 30.07.2015, Az. 12 C 1124/14)

Quelle: IWW/SSP

 

 

04.04.2016

Mehr Rente! Mehr Steuern?

DStV, Mitteilung vom 29.03.2016

 

2016 gibt es zum 1. Juli eine Rentenerhöhung von 5,95 % im Osten und 4,25 % im Westen - eine Anpassung in dieser Höhe gab es lange nicht. Aber aufgepasst: Renten sind keine Geschenke des Staats. Auch Renteneinkünfte unterliegen grundsätzlich der Steuerpflicht. Die brennendsten Fragen: Wird die Erhöhung durch die Einkommensteuer hintenrum wieder einkassiert? Bleibt am Ende von der Erhöhung überhaupt noch etwas übrig?

 

Wann müssen Rentner überhaupt Steuern für ihre Renteneinkünfte zahlen?

Eine Steuerpflicht entsteht in 2016 grundsätzlich dann, wenn das zu versteuernde Einkommen (bei einem ledigen Rentner) mehr als 8.652 Euro im Jahr beträgt.

 

Also: Rentenbruttobetrag = 8.652 Euro gleich Steuer?

NEIN! Das zu versteuernde Einkommen hängt von weiteren Faktoren ab; so sind einige Beträge abzugsfähig. Zunächst wird von der Jahresbruttorente der individuelle Rentenfreibetrag abgezogen. Dieser richtet sich nach dem Renteneintrittsjahr. Vom übrig gebliebenen steuerpflichtigen Teil werden Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Werbungskosten in Abzug gebracht.

 

Was kommt hier in Betracht?

Als Sonderausgaben sind beispielsweise folgende Aufwendungen denkbar: Abzugsfähige Vorsorgeaufwendungen (z. B. Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung sowie Beiträge zu Unfall- oder auch Haftpflichtversicherung). Beim Werbungskostenabzug kann mindestens der Pauschbetrag von 102 Euro in Abzug gebracht werden, sofern kein höherer Betrag nachgewiesen wird. Zu diesen Kosten können auch Rentenberatungs- und Steuerberatungskosten zählen. Gegebenenfalls gibt es auch außergewöhnliche Belastungen durch Krankheitskosten, die einen gewissen Betrag (sog. zumutbare Belastungsgrenze) überschreiten. Auch diese werden bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens berücksichtigt. Sollte das zu versteuernde Einkommen der Steuer unterworfen werden, kann sich die Steuer zudem ermäßigen, wenn haushaltsnahe Dienstleistungen, z. B. Reinigungshilfen, oder Pflege- und Betreuungsdienstleistungen in Anspruch genommen wurden.

Einen ersten Anhaltspunkt bei welchen Bruttorentenbezügen eine Besteuerung der gesetzlichen Rente entsteht, gibt die folgende Tabelle. Die Angaben sind Näherungswerte für ledige Rentner. Es wird unter anderem unterstellt, dass der Renteneinritt zum 1. Januar eines Jahrs erfolgte, keine weiteren Einkünfte vorliegen und der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung 1 % beträgt. Zudem berücksichtigt die Berechnung für 2016 die 4,25 %-ige Erhöhung in West- und 5,95 %-ige in Ostdeutschland. Es muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass persönlich vorliegende Merkmale zu abweichenden Ergebnissen führen können.

...

Wirft man nun einen Blick auf die Standardrente in 2015 (15.611 Euro in den alten und 14.429 Euro in den neuen Bundesländern brutto pro Jahr) erkennt man, dass insbesondere Neurentner leichter von einer Steuerpflicht betroffen sind.

Fazit: Keine Angst! Selbst wenn eine Rente (künftig) versteuert werden muss - es wird durch die Erhöhung unterm Strich trotzdem mehr Rente übrig bleiben als zuvor.

 

Wieso werden Renten überhaupt versteuert?

2005 war Startschuss für die sog. „nachgelagerte Rentenbesteuerung“. Einfacher gesagt: Vorsorgeaufwendungen (z. B. Beiträge zur Rentenversicherung) während des Berufslebens werden zunehmend steuermindernd berücksichtigt; künftige Renteneinkünfte dafür besteuert. Die Vollbesteuerung der Rente erfolgt dann erstmals bei Rentenbeginn in 2040. Während der Übergangsphase steht den Rentnern ein individueller Rentenfreibetrag zu. Dieser richtet sich nach dem Renteneintrittsjahr und bleibt auch in den Folgejahren unverändert. Je später der Eintritt in die Rente erfolgt, desto höher ist der Besteuerungsanteil und umso geringer der von der Steuer freigestellte Anteil. Ist 2016 das Jahr des Rentenbeginns, ergibt sich ein Besteuerungsanteil von

72 %.

 

In der Praxis kann dies erstaunliche Folgen haben:

Man stelle sich zwei Rentner vor. Der eine ging 2005 in Rente der andere 2015. Auch wenn beide in 2016 die gleiche Jahresbruttorente beziehen, kann die Rente bei dem 2005 in Rente Gegangenen steuerfrei sein, während sie für den später in Rente Gegangenen steuerpflichtig sein kann. Dieses Ergebnis kann zunächst verwirrend klingen. Beachtet man aber, dass der Ältere der beiden einen höheren Rentenfreibetrag hat als der Jüngere der beiden, kommt Licht ins Dunkel. Dafür konnte der Jüngere 10 Jahre lang einen höheren Anteil seiner Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen.

Quelle: Deutscher Steuerberaterverband e.V.

 

21.01.2016

Einkommensteuer: Schneeschieben von der Steuer absetzen (BdSt)

So beteiligen Sie den Fiskus an den Kosten für den Winterdienst! Während sich viele Kinder über den ersten Schnee freuen, macht der Schnee den Erwachsenen oft mächtig Arbeit. Denn viele Mieter und Hauseigentümer trifft die Räumpflicht auf Wegen und Straßen. Manchen Steuerzahlern sind das frühe Aufstehen und der Griff zur Schneeschaufel jedoch zu mühsam: Beauftragen sie einen Dritten mit den Arbeiten, lassen sich diese Kosten steuerlich absetzen. Darauf macht aktuell der Bund der Steuerzahler (BdSt) aufmerksam.

Eigentümer, aber auch Mieter, die für die Schneebeseitigung auf privaten oder öffentlichen Wegen zahlen, können die Kosten in der Einkommensteuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistungen ansetzen. Insgesamt können für solche Dienstleistungen 20 Prozent der Aufwendungen steuerlich berücksichtigt werden – maximal 4.000 Euro pro Jahr. Zahlt der Bürger beispielsweise 600 Euro für das Kehren des Gehwegs vor dem Haus, lassen sich mit dem Steuerbonus bis zu 120 Euro Steuern sparen.

Voraussetzung für den Steuerabzug ist, dass der Räumdienst eine Rechnung ausstellt und der Rechnungsbetrag auf das Konto des Dienstleisters überwiesen wird.

Doch Achtung: Nur die Arbeits- und Anfahrtskosten des Räumdienstes können steuerlich geltend gemacht werden. Materialkosten, die zum Beispiel Streusalz anfallen, können nicht bei der Steuer abgezogen werden.

Quelle: BdSt online

 

 

Bauabzugsteuer: Installationen von Photovoltaikanlagen - Haftungsrisiko ab 2016 (stbvsh)

Der Präsident des Steuerberaterverbandes Schleswig-Holstein e.V., Lars-Michael Lanbin, weist darauf hin, dass die Installation einer Photovoltaik-Anlage an oder auf einem Gebäude ab 2016 als Bauleistung eingestuft wird! Dies habe zur Folge, dass der Leistungsempfänger ob sofort verpflichtet sei, von dem Rechnungsbetrag des Leistenden einen Steuerabzug in Höhe von 15 Prozent vorzunehmen (Bauabzugsteuer).

Dieser Einbehalt ist sodann an das zuständige Finanzamt weiterzuleiten. „Die Bauabzugssteuer ist eine Form der Besteuerung, die die illegale Beschäftigung im Baugewerbe eindämmen soll“, so Lanbin.

Seit dem 1.1.2002 gilt diese Regelung grds. für Vermieter von Wohnungen oder Grundstücken, die Bauleistungen beziehen. Seit dem 1.1.2016 wird nunmehr auch die Installation einer Photovoltaikanlage an oder auf einem Gebäude als Bauleistung angesehen. In der Vergangenheit wurde bei der Installation einer solchen Anlage die Erstellung einer Betriebsvorrichtung angenommen, die nicht zum Einbehalt der Steuer verpflichtete.

Von der neuen Verpflichtung wird Abstand genommen, wenn im Zeitpunkt der Gegenleistung vom leistenden Unternehmen eine Freistellungsbescheinigung (§ 48 b EStG) vorgelegt wird oder wenn das Volumen des Bauvorhabens im laufenden Kalenderjahr bestimmte Freigrenzen nicht überschreitet.

Allen Auftraggebern ist also ab sofort dringend zu empfehlen, sich eine Freistellungsbescheinigung vorlegen zu lassen und eine Kopie zu den Bauunterlagen zu nehmen. Erfolgt die Vorlage dieser Bescheinigung durch den Leistenden nicht, sind 15 Prozent des Brutto-Rechnungsbetrages einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen.

Der Leistungsempfänger hat dann dem leistenden Unternehmer den Steuereinbehalt zu bescheinigen. „Erfolgt der Einbehalt nicht, haftet der Kunde für den Steuerbetrag“, warnt Lanbin.

Quelle: Steuerberaterverband Schleswig-Holstein e.V., Medieninformation v. 18.1.2016

 

 

 

08.01.2016

Vorsicht beim Entrümpeln

Aufbewahrungsfristen gelten auch für elektronische Daten

 

Wer das neue Jahr damit beginnen möchte, sich von Dingen zu trennen, sollte wissen, was wirklich entsorgt werden darf. Denn steuerlich relevante Papierbelege sind für gesetzlich vorgeschriebene Zeiträume aufzubewahren. Selbst die auf elektronischem Weg empfangenen, erstellten bzw. gescannten Dokumente, z. B. gespeicherte Daten sowie die Bedienungsanleitungen und Programmierprotokolle von PC-Kassen und Warenwirtschaftssystemen, müssen archiviert und aufbewahrt werden. Dabei gelten verschiedene Aufbewahrungsfristen.

 

Aufbewahrungsfrist 10 Jahre

  • Buchungsbelege
  • Bücher und Aufzeichnungen
  • Inventare
  • Jahresabschlüsse
  • Lageberichte
  • Eröffnungsbilanzen
  • Eingangs- und Ausgangsrechnungen
  • zum Verständnis erforderliche Arbeitsanweisungen und sonstige Organisationsunterlagen

Aufbewahrungsfrist 6 Jahre

  • Handels- oder Geschäftsbriefe
  • Antworten auf die abgesandten Handels- oder Geschäftsbriefe
  • sonstige Unterlagen, soweit sie für die Besteuerung vonBedeutung sind

 

Die Aufbewahrungspflicht für steuerrelevante Unterlagen beginnt mit Ende des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung in die jeweiligen Geschäftsbücher gemacht wurde oder der Buchungsbeleg entstanden ist. Unterlagen mit 10-jähriger Aufbewahrungsfrist können am 31. Dezember 2015 vernichtet werden, wenn die letzte Eintragung im Jahr 2005 erfolgte. Für Unterlagen mit 6-jähriger Aufbewahrungsfrist ist der 31. Dezember 2009 Stichtag. Bedienungsanleitungen und alle Protokolle zur Programmierung einer Kasse müssen nach dem Jahr des letzten Einsatzes der Kasse noch 10 Jahre aufbewahrt werden.

 

In Ausnahmefällen muss länger archiviert werden

Manchmal müssen Unterlagen länger aufbewahrt werden, z. B. wenn das Besteuerungsverfahren durch eine Betriebsprüfung noch nicht abgeschlossen ist. Daneben sollten Unterlagen, die dauerhaft von Bedeutung sind, so lange archiviert werden, wie sie steuerlich relevant sein können (z. B. Mietverträge, Darlehensverträge, Gesellschaftsverträge).

 

Auch Privatpersonen müssen Rechnungen aufbewahren

Jeder, der Handwerkerleistungen oder auch Reinigungsarbeiten in seiner Wohnung, in seinem Haus oder auf seinem Grundstück ausführen lässt, muss die Rechnungen zwei Jahre lang aufbewahren. Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit Ende des Jahres, in dem die Rechnung ausgestellt wurde. Rechnungen aus dem Jahr 2013 müssen demnach bis Ende 2015 aufbewahrt werden.

 

Hinweis

Wer die Rechnung, den Zahlungsbeleg oder die beweiskräftigen Unterlagen nicht fristgerecht aufbewahrt, muss mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro rechnen.

 

 

 

01.01.2016

Neues Jahr, neue Regeln

Steuerliche Änderungen im Überblick

 

Der Gesetzgeber hat seine Hausaufgaben erledigt und das Jahressteuergesetz 2016 pünktlich beschlossen. Daneben treten ab Januar 2016 weitere gesetzliche Regelungen in Kraft, die steuerliche Änderungen mit sich bringen.

 

Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und Kindergeld angehoben

Derzeit sind zu versteuernde Einkommen bis 8.472 Euro steuerfrei. Dieser steuerliche Grundfreibetrag wird um 180 Euro angehoben und beträgt ab dem Jahr 2016 damit 8.652 Euro. Für jedes Kind gibt es ab dem 1. Januar 2016 monatlich zwei Euro mehr Kindergeld, d. h. 190 Euro für das erste und zweite Kind, 196 Euro für das dritte Kind und 221 Euro für das vierte und jedes weitere Kind. Auch der Kinderfreibetrag wird angehoben. Je Kind und Elternteil wird ab dem Jahr 2016 ein Kinderfreibetrag in Höhe von 2.304 Euro gewährt.

 

Nachweispflichten für Investitionsabzugsbetrag erleichtert

Unternehmer können für geplante Investitionen bis zu 40 % der Investitionssumme als Investitionsabzugsbetrag (IAB) vom steuerlichen Gewinn abziehen, maximal 200.000 Euro. Ab 2016 müssen IAB elektronisch nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz übermittelt werden. Neu ist auch, dass es für die Bildung eines IAB nicht mehr erforderlich ist, die Funktion des anzuschaffenden bzw. herzustellenden Wirtschaftsguts zu benennen. Sie können also beliebig auf begünstigte Wirtschaftsgüter übertragen und auch mangels absehbarer Investition vorzeitig aufgelöst werden. Eine falsch bezeichnete Investition wird damit nicht mehr genauso bestraft, wie eine nicht innerhalb von drei Jahren nach Bildung des IAB getätigte Investition. Für diese wird der IAB weiterhin rückwirkend aufgelöst und die Steuernachzahlung mit 6 % jährlich verzinst.

Einen IAB können wie bisher nur Unternehmer geltend machen, deren Betriebsvermögen 235.000 Euro nicht überschreitet oder die durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung einen Gewinn von unter 100.000 Euro erwirtschaften.

 

Photovoltaikanlagen unterliegen der Bauabzugsteuer

Auch die Installation einer Photovoltaikanlage kann eine Bauleistung sein. Deshalb muss der unternehmerische
Leistungsempfänger ab Januar 2016 auch hier grundsätzlich einen Steuerabzug in Höhe von 15 % des Rechnungsbetrages vornehmen. Der leistende Unternehmer kann dies jedoch vermeiden, wenn er seinem Auftraggeber eine gültige Freistellungsbescheinigung nach § 48 EStG vorlegt.

 

Pauschalierungsgrenze für kurzfristig Beschäftigte wird angehoben

Bei kurzfristig Beschäftigten kann der Arbeitslohn pauschal mit 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert werden. Die tägliche Verdienstgrenze für diese Lohnsteuer-Pauschalierung wird von 62 Euro auf 68 Euro angehoben. Damit kann der mit dem Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Arbeitsstunde vergütete Acht-Stunden-Tag eines kurzfristig Beschäftigten wieder pauschal besteuert werden.

 

Sachbezugswerte werden erhöht

Mahlzeiten, die ein Arbeitgeber arbeitstäglich unentgeltlich oder verbilligt an seine Arbeitnehmer abgibt, sind Arbeitslohn. Sie werden jedoch nicht mit dem tatsächlichen Wert der Mahlzeit lohnbesteuert, sondern nur in Höhe der wesentlich geringeren amtlichen Sachbezugswerte. Im Jahr 2016 ist eine Kantinenmahlzeit (Mittag- bzw. Abendessen) mit 3,10 Euro anzusetzen, ein Frühstück mit 1,67 Euro. Für die Logis – also die freie Unterkunft beim Arbeitgeber – beträgt der Sachbezugswert 223 Euro monatlich. Bei der Überlassung einer Wohnung ist jedoch der ortsübliche Mietpreis anzusetzen.

 

Lohnsteuer-Freibeträge gelten für zwei Jahre

Arbeitnehmer, deren Werbungskosten den jährlichen Pauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro übersteigen, können einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen. Bisher mussten Lohnsteuerfreibeträge in jedem Jahr neu beantragt werden, auch wenn sich nichts geändert hatte. Lohnsteuerfreibeträge, die für 2016 beantragt werden, gelten erstmals für zwei Jahre, also bis Ende 2017. Änderungsanträge sind jederzeit möglich. Vermindert sich der Anspruch auf die Freibeträge durch Änderungen in den persönlichen Verhältnissen, z. B. weil eine doppelte Haushaltsführung beendet wurde, ist der Arbeitnehmer verpflichtet, die Veränderung seinem Wohnsitzfinanzamt mitzuteilen.

GoBD – strengere Buchführungsregeln

Die GoBD konkretisieren die Ordnungsmäßigkeitsanforderungen der Finanzverwaltung an den Einsatz von IT bei der Buchführung und bei sonstigen Aufzeichnungen.  Die GoBD wurden durch das BMF-Schreiben vom 14.11.2014 veröffentlicht und gelten für alle Veranlagungszeiträume, die nach dem 31.12.2014 beginnen.  

 

GoBD im Überblick

  • Die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) ersetzen mit Wirkung zum 01.01.2015 die GoBS (Grundsätze ordnungsgemäßer DV-gestützter Buchführungssysteme) und die GDPdU (Grundsätze zum Datenzugriff und Prüfbarkeit digitaler Unterlagen).
  • Betroffen von den GoBD sind nicht nur bilanzierungspflichte Unternehmen, sondern alle Buchführungs- bzw. Aufzeichnungspflichtigen, das heißt auch so genannte Einnahmenüberschuss-Rechner, wie etwa Kleinunternehmen und die meisten Freiberufler, also zum Beispiel Ärzte, Architekten, Fotografen oder auch Journalisten.
  • Die GoBD beziehen sich auch auf Vor- und Nebensysteme der Finanzbuchführung (z. B. Material- und Warenwirtschaft, Lohnabrechnung, Zeiterfassung). 
     

Zugeständnisse erreicht - es bleibt ein Aber ´

In enger Abstimmung mit den steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufsorganisationen und weiteren Wirtschaftsverbänden wurde in Form von Kritik und Verbesserungsvorschlägen in die Entstehung der neuen Grundsatznormen eingewirkt. Es konnten einige Zugeständnisse der Finanzverwaltung erreicht werden, wie der Wegfall der Kontierung auf dem Papierbeleg unter bestimmten Umständen, der Wegfall der Aufbewahrungspflicht von E-Mails, wenn diese den Beleg als Anlage nur transportieren, sowie die Konkretisierung der Anforderungen an ein Ersetzendes Scannen mit anschließender Vernichtung der Papierbelege. Dennoch enthalten die GoBD zahlreiche Konkretisierungen und Verschärfungen.  

Konkretisierungen und Verschärfungen

  • Zeitgerechte Erfassung und Ordnung von Grund(buch)aufzeichnungen
  • Unveränderbarkeit von Buchungen und Aufzeichnungen
  • Aufbewahrungspflicht von elektronischen Belegen, Daten aus sogenannten Vorsystemen und Stammdaten
Fragen zur GoBD.pdf
PDF-Dokument [311.4 KB]
Infoschreiben Freistaat Sachsen.docx
Microsoft Word-Dokument [36.7 KB]

Kindergeld und Steuer-Identifikationsnummer

 

Ab 1. Januar 2016 sind die vergebenen steuerlichen Identifikationsnummern gesetzlich vorgeschriebene Anspruchsvoraussetzung für das Kindergeld

 

Kennt die Familienkasse die Steuer-Identifikationsnummern? Ab 1. Januar 2016 sind die an den Berechtigten und die an das Kind vergebenen steuerlichen Identifikationsnummern  gesetzlich vorgeschriebene Anspruchsvoraussetzung für das Kindergeld. Die Familienkassen können die Steuer-Identifikationsnummer über ein maschinelles Anfrageverfahren beim Bundeszentralamt für Steuern selbst ermitteln, sind aber nicht zur Teilnahme an diesem Anfrageverfahren verpflichtet.

 

Die Neuregelung gilt unabhängig vom Geburtstag des Kindes. Das bedeutet: Auch für Kinder, die vor 2008 (damals wurde die Steuer-ID eingeführt) geboren wurden, muss die Steuer-ID von Kind und Kindergeldberechtigten angegeben werden.

Neuanträge müssen die Steuer-Identifikationsnummern immer enthalten. Wer bereits Kindergeld bezieht und die Steuer-Identifikationsnummern noch nicht angegeben hat, sollte seiner Familienkasse die Nummer jetzt mitteilen. Allzu große Hektik ist dabei glücklicherweise nicht nötig – das BZSt weist darauf hin, dass die Familienkassen es grundsätzlich nicht beanstanden werden, wenn die Angaben im Laufe des Jahres 2016 nachgereicht werden.

 

Wichtig: Die Steuer-Identifikationsnummern müssen der Familienkasse schriftlich mitgeteilt werden. Eine telefonische Übermittlung reicht nicht aus.

Fragen zur Steuer-Id für Kindergeld
Fragen zum Kindergeld.docx
Microsoft Word-Dokument [37.2 KB]
Sie haben Ihre Steuer-Id-Nummer verloren?
Steuer-Id-Nr..docx
Microsoft Word-Dokument [35.8 KB]

Kapitaleinkünfte

Veränderung bei der Gültigkeit von Freistellungsbescheinigungen
Veränderung bei der Gültigkeit von Freis[...]
Microsoft Word-Dokument [12.9 KB]

Ihre Lebenszeit ist zu wertvoll, um Sie mit Steuerrecht zu vergeuden.

Fragen Sie gezielt einen Profi, statt stundenlang selbst zu suchen!

Hier bekommen Sie eine verläßliche Antwort.

Spruch des Monats

Sei nicht allzu ängstlich,

was deine Handlungen angeht.

Das ganze Leben ist ein

Experiment.

RALPH WALDO EMERSON

 

 

Hier finden Sie uns

Angela Mühlberg

Steuerbevollmächtigte

OT Kohren-Sahlis Friedensstr. 15

04654 Frohburg

Aufgrund der Eingemeindung wurde unserer Anschrift geändert.

Sie finden uns wie gewohnt am alten Standort.

 

Kontakt

Rufen Sie einfach an unter

 

034344/62450

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Kanzlei-Flyer
Flyer.pdf
PDF-Dokument [418.5 KB]

Anrufen

E-Mail

Anfahrt